Goldatzel

Über die Entstehung der Lage "Goldatzel"

Vom Hansenberg über den Schwarzenstein zog sich ein Baum- und Sträuchergürtel hin. Im Geäst eines Baumes hatte auch ein Elsternpaar sein Nest.

Es ergab sich, dass in einer wohlhabenden Familie in Johannisberg das Töchterchen am geöffneten Fenster mit dem Familienschmuck spielte. Den Ruf der Mutter gehorsam folgend, verließ es kurz seine Kammer. Als es wieder zurückkam, stellte es mit Schrecken fest, dass das große, glitzernde Goldstück verschwunden war. Sofort verdächtigte man das "Gesinde" - Leute, die immer brav ihren Dienst taten und stets rechtschaffen waren. Die vorwurfsvollen Nachfragen hielten sich über Monate. "Habt ihr's noch nicht gefunden? Das Haus verliert doch nichts. Es war doch auch sonst niemand da."

Inzwischen wurde es Herbst, das Brennholz für den Winter musste geschlagen werden. Dabei fiel ein Elsternest vom Baum und aus dem Nest kullerte das geliebte, gesuchte und vom Gesinde verwunschene Goldstück. Groß war nun die Freude und man erzählte überall, was sich zugetragen hatte. Diese Elster wurde die "Goldatzel" genannt.

Wenn nun der Winzer in diesem Gemarkungsteil zur Arbeit gehen wollte, rief ihm die Mutter nach: "Hannes, wo gehste denn hin?", gab er zur Antwort: "do enuff an die Goldatzel".