Johannisberger Hölle

Die in der Weinwelt häufiger anzutreffende Lagenbezeichnung „Hölle“ leitet sich im Allgemeinen von der Halde ab, also dem steilen Hang, und fand bereits vor 1180 die erste Erwähnung. Damals berichtete man von der „helda in monte sancti Johannis“.

Steil und steinig fällt die Hölle in das Tal herab und hinterlässt dabei eine große Vielfalt geologisch eigenständiger und höchst individueller Parzellen. Allen gemein ist aber der Taunusquarzit, welcher sich an manchen Stellen bereits nach wenigen Zentimetern unter einer steinig- kiesigen und eisenhaltigen Erdabdeckung offenbart. Diese Standorte sind es auch, die die Rebe dazu veranlasst, ihr natürliches Talent zu nutzen und die Wurzeln bis tief unter der Erde ins Gestein zu kämpfen, um an die wertvollen Mineralstoffe zu gelangen. Die Johannisberger Hölle ist aber auch klimatisch ein echter Grenzgänger. Früh am Abend zieht kalte Luft aus dem nahe gelegenen Wald durch das Tal der Elsterbach, über die Weinberge hinweg und konserviert auf diese Weise den frischen sowie lebendigen Charakter des späteren Weins.

Werden die Trauben dieser Lage ausreichend reif geerntet, zeigen sich die Weine einzigartig verspielt und facettenreich, fast schon kitschig, und profitieren von ihrer pikanten Säure.